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St. Peter am See in Hunswinkel



Schließung droht

Meinerzen, 2008-03-03: Ist die katholische Kirche St. Peter am See in Hunswinkel noch zu retten? Die Strukturreform des Bistums Essen sieht vor, die Kirche St. Peter am See nicht mehr zu bezuschussen. Das Bistum kann auf Grund der angespannten finanziellen Situation nicht mehr alle Kirchen unterhalten. Allein für das Jahr 2007 nahm das Bistum eine Neuverschuldung von 23 Millionen Euro auf. Und das, obwohl bereits Einsparungen beim Personal vorgenommen oder auch Kindergärten in GmbH´s umgewandelt worden sind.

Lasst die Kirche im Dorf!

"Lasst die Kirche im Dorf!" Unter diesem Motto setzen sich für St. Peter am See Christen beider großen Konfessionen ein und wollen einen Förderverein gründen. Initiator Peter Herzog nahm die Sache in die Hand und will nicht so einfach aufgeben.
Am Montag (03.03.2008) trafen sich mit ihm sehr viele Gleichgesinnte in den Räumlichkeiten der Hunswinkeler Kirche. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Annette Valenthorn war genaus anwesend wie Kurt Huter, Pastor Enzio Grunert, Ortsvorsteher Fred Oehm sowie die Ratsherren Axel Oehm und Torben Gelhausen. Denn die Anwesenden sind überzeugt, dass eine Rettung möglich und dass der Erhalt der Kirche notwendig ist. Beispielgebend ist in diesem Fall sicher auch die Rönsahler St. Engelbert- Gemeinde.
Zunächst bedarf es aber der Gründe, warum St. Engelbert erhalten werden sollte. Danach muss darüber nachgedacht werden, wie die die finanziellen Mittel zur Rettung beschafft werden können.

Gründe, die für den Erhalt sprechen

Die Kirche oberhalb des Listersees ist die einzige des Listertals. Würde sie geschlossen, müssten die Gläubigen nach Valbert (oder Attendorn?) ausweichen. Ohne eigenen PKW ist der Besuch einer Messe nicht mehr möglich. Gerade den älteren Gemeindemitgliedern fehlt dann neben dem geistlichen Zentrum auch das kommunikative. Etwa 1200 Gemeindemitglieder sind 1200 gute Gründe, die Kirche weiterzuführen.

Durch St. Peter am See abgedeckt wird auch die seelsorgerische Betreuung der Touristen.

Darüber hinaus wird gerade ein Konzept zur Attraktivitätssteigerung der Kirche erarbeitet.

Überlegenswert ist sicher auch der Gedanke der Ökumene von Torben Gelhausen, so dass die Lasten sich auf mehreren Schultern verteilen.

Ein weiterer Grund, der für den Erhalt spricht, ist der, dass der Friedhof am Ort ist, dass Beerdigungen weiter in Hunswinkel stattfinden könnten.

St. Peter am See bietet insbesondere für die überaus wichtige Jugendarbeit Räumlichkeiten, die es in Valbert so nicht gibt.

Der parabelförmige Grundriss mit dem Altar im Brennpunkt ist eine architektonische und kirchenhistorische Besonderheit, die vom Kölner Architekten Hans Schilling entworfen wurde. Architektur und das in Deutschland einmalige Patrozinium gehen hier Hand in Hand. Ganz klar ist auch: Dieses Gebäude prägt die Ortsansicht von Hunswinkel.



Wir schmeißen hier einen Rettungsanker!

Kurt Huter informierte die Zuhörerschaft über die harten Fakten. Die Unterhaltskosten für die Kirche beliefen sich in den Jahren 2006 und 2007 auf etwa 6000 Euro. Auch im Jahr 2008 müsse ein solcher Betrag aufgebracht werden. Darin enthalten sind aber keine Kosten für Renovierungen oder Sanierungen.
Die Bedenken, dass der Förderverein auch zur Sanierung der Anliegerstraße herangezogen werden könnte, zerstreute Fred Oehm, denn für diese Straße sei ein privater Eigentümer verantwortlich.
Auf dieser ersten Zusammenkunft der an der Rettung der Kirche Interessierten wurde der Vorschlag, einen Förderverein zu gründen, sehr gerne aufgegriffen. Diese Bereitschaft ist sicher auch ein Indiz dafür, Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen. Denn die Listertaler sind bekannt dafür, dass sie ehrgeizige Projekte zu einem positiven Ende führen können. Erinnert sei an die Listerhalle oder auch an den Sportplatz.

Das Rettungsteam

von links: Peter Lüsebrink, Torben Gelhausen, Gabriele Buss, Peter Mockenhaupt, Olaf Baum, Claudia Mourmaux, Dieter Herzog


Ansprechpartner

Insgesamt sieben Listertaler wollten die Gründung eines solchen Fördervereins vorbereiten: Gabriele Buss: (02358) 276766; Olaf Baum: (02358) 566; Torben Gelhausen (02358) 7686 ; Dieter Herzog (0 23 58) 683 ; Peter Mockenhaupt; Peter Lüsebrink und Claudia Mourmaux.
Bereits am 12. März 2008 soll ab 20 Uhr in der Gaststätte Vollmerhaus in Hunswinkel die Satzung erarbeitet werden.
Über die Gründung des Fördervereins muss das Bistum so schnell als möglich informiert werden. Dabei ist es wichtig, dass die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Und das jedes Jahr. Der Förderkreis wird durch sein Engagement nicht Eigentümer der Kirche. Mieteinnahmen erhält weiter das Bistum Essen. Allerdings verzichtet das Bistum im Falle eines Weiterbetriebes auf den möglichen Verkaufserlös.

Christlich-soziales Bürgerzentrum

An diesem Abend präsentierten Peter Ollerdis und seine Lebenspartnerin Barbara Dean ihr Konzept für den Fall, dass es zu einem Verkauf der Kirche kommen sollte. Sie denken nach Übernahme des Gebäudes an eine christlich-soziale Begegnungs- und Erholungsstätte, in der sich Menschen selbst finden, in der sich die Menschen der Schöpfung Gottes bewusst werden können. Filmvorträge, Seminare und Workshops, Sport, Spiel und Training für die Familie kommen diesem Ziel entgegen. Denkbar wären auch eine Begegnungsstätte für Senioren oder ein Kindergarten. Gottesdienste und deren Vorbereitungen wären nach Übernahme der Kirche durch Peter Ollerdies und seine Lebenspartnerin natürlich weiterhin mietfrei.


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