|
|
 |
Startseite Archiv Archiv 2009
|
 |
 |
 |
 |
|
|
|
 |
Teurer Hochwasserschaden |
Meinerzen, 2009-09-20: Nach 200 Arbeitsstunden steht die neue, behelfsmäßige Fußgängerbrücke für die 15 Bewohner des Schleifkottens. Unter Federführung des THW Wetter und mit Unterstützung des THW Halver konnte der fußläufige Zugang zum Grundstück gesichert werden. Die neue Brücke wurde notwendig, weil das Julihochwasser die Widerlager der alten Brücke irreparabel beschädigte. Unten finden Sie den Ablauf des Geschehens.
Meinerzen, 2009-08-11: An der B 54 von Meinerzhagen nach Kierspe führt eine kleine Brücke über die Volme zum Schleifkotten. Das Julihochwasser des Jahres hinterspülte diese Brücke allerdings so stark, dass das Brückenlager massiv geschädigt wurde. Ebenso brach die Stützwand volmeabwärts heraus. Dadurch wurde die Brücke, Zufahrt für die Anlieger, für den Verkehr voll gesperrt. Damit waren die Anwohner von der Außenwelt nahezu abgeschnitten. Noch bei meiner Befahrung der Volme im Zuge der Diskussionen um die EU-WasserRahmenRichtLinie [Link, Bild Volme 82] nahm ich auch die betreffende Brücke in Augenschein. Sie sah auf den ersten Blick stabil aus. Doch wurde auch sichtbar, dass das Bauwerk nicht umfassend gepflegt wurde. Für den Erhalt der Brücke ist der Eigentümer zuständig. Die Umsetzung dieser einfachen Regel ist in der Praxis jedoch ungleich schwieriger, wenn, ja wenn der Eigentümer nicht bekannt ist. Die Brücke ziert ein Ident-Strich-Code-Label der Deutschen Bahn, was vermuten lässt, dass diese Brücke der Bahn gehört. Doch nach Aussage des Baudezernenten der Stadt findet die Bahn derzeit keine Unterlagen darüber, ob diese Brücke in ihrem Eigentum ist. Der Stadt Meinerzhagen gehören in dem Bereich Schleifkotten offensichtlich keine Grundstücke, weshalb auch Gerd Schriever momentan nicht erkennen kann, dass die Stadt Meinerzhagen Eigentümer der Brücke ist. Nun könnten noch die SEWAG-Netze oder das Land als Anlieger mit der B 54 Eigentümer sein. Oder sind es gar die 17 Bewohner selbst? Doch von Ihrem „Glück“ Brückenbesitzer zu sein, wissen sie bislang nichts. Bei geschätzen Neubaukosten von bis zu 200.000 Euro für eine neue Brücke ist es verständlicherweise relevant, den Eigentümer ausfindig zu machen. Diese Recherchen werden bei der Stadt derzeit mit Hochdruck betrieben, werden aber noch Zeit benötigen. Zwischenzeitlich hat die Stadt einen geschotterten Verbindungsweg von der Zufahrt zur Kläranlage bis zum Grundstück angelegt, damit das Haus im Gefahrenfall erreicht werden kann und die Anwohner mit ihren Autos auf das Grundstück fahren können. Baudezernent Schriever: "Den Bürgern musste schnell geholfen werden." Parallel läuft die Prüfung durch einen Statiker, der ermitteln soll, ob die Brücke zumindest für Fußgänger begehbar ist. Die Feuerwehr nahm ihrerseits überprüfte die neue Situation am gestrigen Tag, um Rettungswege für den Ernstfall im Vorfeld zu erkunden. Wenn am Montag der kommenden Woche die Ergebnisse des Statikers im Bauamt vorliegen, wird über das weitere Vorgehen entschieden werden.
|
Schadensbilder |
|
|
Nachträge |
Meinerzen, 2009-08-20: Inzwischen erfuhr ich von den Anwohnern, dass sie die Kosten für die Fußgänger-Behelfsbrücke zu tragen hätten. Dazu gehört auch, dass die Anwohner das Material für die Brücke, fünf kräftige Fichten, zu stellen hätten. Ebenso sollten sie Elektrohobel und weiteres Werkzeug besorgen. Davon war im Bauausschuss nicht die Rede.
Meinerzen, 2009-08-18: In der heutigen Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses informierte Baudezernent Gerd Schriever über die Schwierigkeiten mit der durch das Juli-Volmehochwasser stark beschädigten Volmebrücke für das Schleifkotten-Wohnhaus. Die Brücke zum Schleifkotten muss nun doch in naher Zukunft voll gesperrt werden. Die errichtete Unterstützung des Bauwerks reicht nicht aus, zumal die Volme auch diese Unterstützung unterspülen könnte. Ungeklärt ist bislang immer noch, wer Eigentümer der Brücke ist. Schriever: "Keiner kann das sagen!" Neubaukosten bezifferte er auf bis zu 200.000 Euro. Doch bevor nicht klar ist, wem die Brücke gehört, beginnen auch keine Arbeiten, um die Brücke zu ersetzen. Aktuell können noch Fußgänger die Brücke passieren. Bedingt durch die drohende Vollsperrung auch für Fußgänger, soll das THW eine Notbrücke errichten, die bis zu 3000 Euro kosten würde. Der zwischenzeitlich von der Stadt hergerichtete Schotterweg von der Oelmühle bis zum Schleifkotten sei für Rettungsfahrzeuge ungeeignet, weshalb den Rettungskräften der fußläufige Zugang von der B 54 aus ermöglicht werden müsse. Das Foto zeigt den Schotterweg, im Hintergrund das Wohnhaus.
Meinerzen, 2009-08-26: Schwere Grauwackebrocken, die durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofes heute in die Böschung eingearbeitet wurden, sichern nun das Volmeufer entlang des Schotterweges, der zum Schleifkotten führt. Hintergrundinformationen erhalten Sie, wenn Sie dem Link in der Überschrift folgen.
Meinerzen, 2009-09-03: Damit am Sonnabend die provisorische Hilfsbrücke für Fußgänger durch das THW errichtet werden kann, wurden heute Fichten gefällt, die als Baumaterial dienen sollen. Das Fällen der Bäume übernahm der städtische Bauhof.
Meinerzen, 2009-09-05: Eigentlich wollte heute das THW die provisorische Fußgängerbrücke über die Volme errichten. Dieser Termin wurde offensichtlich verschoben, und zwar auf den kommenden Dienstag. Für die fünfzehn Anwohner des Schleifkottens ist der Zugang über die Volmebrücke zu ihrem Anwesen allerdings lebenswichtig: Denn sollte mittels Behelfsbrücke ein Zugang zum Haus bis zum 11. September nicht erstellt worden sein, könnte der Entzug der Wohnberechtigung drohen. Ein Schreiben mit dieser Botschaft ist scheinbar dem Eigentümer zugestellt worden.
|
Brückenbau begonnen |
Meinerzen, 2009-09-08: Ein Airstar erhellt mit 1000 Watt einer Quecksilberdampflampe die Arbeitsumgebung der THW-Helfer, denn am Abend begannen die vorbereitenden Arbeiten für die Errichtung einer provisorischen Fußgängerbrücke am Schleifkotten. Neun Helfer und eine Helferin packten kräftig an: Material wurde entladen, die gefällten Fichten entrindet, die provisorischen Brückenlager aus Beton hergestellt. Schwere Technik war ebenso im Einsatz. Mit Hilfe des MAN-LKW mit 11-Meter-Ladekran und Doppelschalengreifer konnten die anstehenden Aufgaben erledigt werden. Dies war auch der Grund dafür, warum zunächst die Hilfskräfte aus Wetter für diesen Auftrag herangezogen worden sind. In der nächsten Woche werden auch Helfer des THW aus Halver die Arbeiten unterstützen. Der Märkische Kreis hat zwischenzeitlich ein ordnungsbehördliches Verfahren auf Grund verschiedener Rechtsvorschriften (hier besonders die Landesbauordnung NRW) im Hinblick auf die Standsicherheit der durch das Hochwasser beschädigten Brücke eingeleitet. Falls eine neue, standsichere Fußgängerbrücke nicht errichtet wird, droht der Entzug der Genehmigung, das Haus als Wohngebäude zu nutzen. Wichtig ist, dass Rettungsfahrzeuge im Notfall das Haus mit den 15 Bewohnern erreichen können. Nur mit Hilfe dieser neu zu errichtenden 1,20 Meter breiten und etwa 9 Meter langen Brücke kann das Grundstück an der Volmestraße 53 als erschlossen gelten. Die Fertigstellung ist für den 19. September geplant, so Erich Heymer, der den Bau der Brücke fachlich begleitet. Über den neuen Schotterweg ist die Erreichbarkeit nicht in jedem Fall sichergestellt. Er sichert jedoch die Erreichbarkeit des Grundstücks für PKW. Ein Räumdienst ist im Winter nicht möglich. Im heutigen Bauausschuss war die Brücke ebenso Thema. Vorausgegangen war dem eine Anfrage der Eigentümer in der Stunde der Öffentlichkeit. Dieser möchte gerne wisen, was nun mit der Brücke geschehen soll, wer der Eigentümer ist. Er dankte dabei ausdrücklich dem Baudezernenten Gerd Schriever für seine Hilfe. Gleichzeitig informierte er den Ausschuss über das oben genannte Schreiben mit der Fristsetzung zum 11. September. Eigentümer als auch die Mieter des Schleifkottens haben nun Angst ausziehen zu müssen, wenn die Brücke nicht am Freitag fertig ist. Auf die Anfrage der Eigentümer antwortete der Baudezernent direkt. Die Lager der Brücke seien defekt, eine Reparatur der maroden, etwa 100 Jahre alten Brücke sei nur mit erheblichen finanziellen Aufwand - wenn überhaupt - möglich. Zudem sei der Durchlass für Hochwasser zu klein und müsste aufgeweitet werden. Der Märkische Kreis ließ die Brücke statisch prüfen und habe festgestellt, dass diese auch mit den unterstützenden Holzstempeln nicht sicher sei und diese sofort für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die provisorische Abstützung könnte bei Hochwasser selbst unterspült werden und die Brücke dann vollständig einstürzen. Um der Familie zu helfen, ließ die die Stadt einen Schotterweg anlegen. Allerdings ist für diesen Weg keine Erschließungsbaulast eingetragen worden, so dass die Erschließung rechtlich nur über eine Brücke erfolgen kann. Auf die Frage, wer Eigentümer ist, wusster der Baudezernent keine Antwort. Infrage kämen die Deutsche Bahn (siehe Ident-Code am Brückenkörper), die SEWAG-Netze oder auch das Land NRW. Die Stadt Meinerzhagen habe in diesem Bereich keine Grundstücke und komme somit als Besitzer nicht in Frage. Das bedeute auch, dass die Stadt hier nicht zuständig ist, die Kosten für die Brücke zu übernehmen, weil keine städtischen Flächen erschlossen werden. Die Bahn, so Schriever, gehe davon aus, dass der Identcode irrtümlich an der Brücke angebracht worden ist. Schriftlich habe die Bahn erklärt, dass sie sich nicht an der Sanierung der Brücke beteiligen werde. Interesse an der Brücke könnte auch die SEWAG haben, die hinter der Brücke einen kleinen Schaltschrank betreibt, der aber auch verlegt werden könne. Weil auch der Landesbetrieb Straßen.NRW nicht Eigentümer ist, fühlt sich das Land NRW ebenso nicht zuständig. Zudem liege die Brücke ohnehin in einem unübersichtlichen Bereich und sei potentiell gefährlich. Wem also gehört die marode Brücke? Der Märkische Kreis sieht den Eigentümer des Schleifkottens als zuständig an. Der könne aber, so der Baudezernent, eine neue Brücke nicht bezahlen, was er bereits öffentlich erklärt habe. Zu fragen sei nun, gab der Baudezernent zu überlegen, ob es wirtschaftlich Sinn mache, eine neue Brücke zu erstellen, wenn die Kosten für eine solche Brücke den Wert des Grundstücks übertreffen. Ist eine andere Lösung möglich? Angesprochen wurde u. a, die Aufgabe der Bodennutzung durch den bisherigen Eigentümer. Doch wo sollen die 15 Menschen dann wohnen? Wird der Ausgleich entsprechend attraktiv für die Eigentümerfamilie ausfallen, so dass sie an anderer Stelle eine vergleichbare Immobilie erwerben können? Um eine Lösung für das Brückenproblem zu finden, wird es am Donnerstag ein Rundtischgespräch mit Bürgermeister Erhard Pierlings geben, wobei auf Wunsch der Eigentümer auch Rechtanwalt Matthias Scholand zugegen sein wird. Letzterer sprach sich dafür aus, dass die Lösung für den Eigentümer wirtschaftlich tragfähig sein muss. Die Stadt gehe zudem ganz fest davon aus, dass der Abriss der alten Brücke vom MK angeordnet werden wird. Auch hier muss dann darüber gesprochen werden, wer die Kosten trägt. Hier signalisierte anscheinend Straßen.NRW eine Beteiligung. Wenn in den nächsten Jahren der Vollausbau der B 54 mit Radweg beginnt, muss die Straße verbreitert werden. Dies kann zu einen dadurch geschehen, dass in den Hang gebaut wird. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Volme auf das Grundstück des Schleifkottens zu verlegen. Eine weitere Lösung bestünde wohl darin, die Straße über die Volme kragen zu lassen bzw. die Volme in Betondurchlässe zu zwingen. Auch hier wird sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen.
|
Vorbereitungsarbeiten des THW |
|
|
THW Halver und Wetter kooperieren |
Meinerzen, 2009-09-15: Schon von weitem war am heutigen Abend zu erkennen, dass wieder an der behelfsmäßigen Fußgängerbrücke für die Bewohner des Schleifkottens gearbeitet wurde. Ein neun Meter hoher Lichtmast flutete die Umgebung mit 22.000 Watt aus fünf frei beweglichen Scheinwerfern des Typs Schmidt-Strahl PSH 1000 HRI TS (hergestellt in Werdohl!). Zusammen 22 Helfer der Ortsverbände Halver und Wetter kamen am heutigen Abend der neuen Brücke wieder einige Schritte näher: Bäume, Balken und Bretter wurden aufgemessen und auf Länge gesägt. Die ersten Elemente der Brücke entstanden, nachdem die Brückenzeichnung noch einmal akribisch studiert wurde. Nach kurzen Absprachen begaben sich die ehrenamtlichen Helfer an die Arbeit. An jedem Dienstagabend trifft sich der Halveraner Ortsverband des THWs zur Ausbildung. Heute fand diese am Meinerzhagener Schleifkotten statt. Der Link in der Überschrift führt auf die Seiten der Halveraner Helfer.
|
Vorbereitungen in der Endphase |
|
|
Die Brücke steht |
Meinerzen, 2009.09-19: Am frühen Morgen begann die ehrenamtliche Schicht für die freiwilligen Helfer des THW, Ortsverband Wetter. Gemeinsam fuhren sienach Meinerzhagen, um die neue Brücke am Schleifkotten zu errichten. An diesem Sonnabend kam auch wieder der schwere MAN mit Ladekran zum Einsatz. Mit gekonnten Handgriffen wurde ein Stamm nach dem anderen angeschlagen und in Position gehievt. Vorgefertigte Kerben an den Unterseiten sollen für sicheren Sitz in der Verankerung sorgen. Auf der rechten Volmeseite musste dann noch einmal mit der Motorsäge nachgearbeitet werden, da der Fels zu weit überstand. Doch nun wurde es kniffelig. Insgesamt 5 Gewindestangen sollten die fünf Baumstämme sichern und in Position halten. Auch wenn der Bohrer schon eher wie das Gezähe eines Bergmanns anmutete, konnten doch nur zwei Stämme mit einem Mal durchbohrt werden. Danach mussten die bereits gebohrten Stämme angehoben werden, wobei sie nicht verrutschen durften. Das hätte die Passgenauigkeit gefährdet. Letzlich konnten die Stämme miteinander verschraubt werden. Anschließend wurden die Querrahmen aufgestellt und befestigt. Dann wurden die Bohlenbretter vernagelt. Fuß- und Knieleiste sowie der Handlauf wurden in den nun schon dunklen Abendstunden montiert. Zum Mittag gab es Deftiges vom Grill und zum Nachtisch italienisches Eis, von einem nicht genannt wollenden Sponsor zur Verfügung gestellt. Den nach einer solchen Stärkung entstehenden Kräften konnte so manches Werkzeug nicht standhalten. Doch in den Abendstunden hatten ein Dutzend Arbeitsstunden tiefe Spuren hinterlassen. Die Jungs waren einfach geschafft. Noch einmal müssen die Wetteraner THWler am Dienstag der nächsten Woche anrücken, um die Treppen zu bauen, damit die Brücke gut zu begehen ist. Dann muss auch die Leitplanke an der B 54 geöffnet werden, um den gefahrlosen Zugang zur Brücke zu ermöglichen. 200 Arbeitsstunden und Materialkosten im Wert von 1500 €uro wurden investiert, um diese 8,50 Meter lange und 1,25 Meter breite Brücke zu erstellen. Sie hat eine statisch berechnete Tragkraft von 500 kg je qm;. Und doch wird diese neue Brücke an dieser Stelle nur ein halbes Jahr den Zugang ermöglichen. Bis zum Ablauf der Frist muss entweder eine neue Brücke, die auch von Fahrzeugen befahren werden kann, errichtet sein, oder es droht der Verlust der Erlaubnis, dieses Haus für Wohnzwecke zu nutzen. Auf den Schotterweg, der hinter dem Schleifkotten eine Zufahrt für PKW ermöglicht, ist keine Baulast eingetragen, so dass dieser Weg eine Erschließung des Grundstücks nicht möglich macht. Offiziell ist scheinbar noch kein Eigentümer zu benennen. Bleiben am Ende nur zwei Parteien über: der Eigentümer des Schleifkottens und der Bund. Letztere werden sich zwar an den Abbruchkosten für die alte Brücke beteiligen und offenbar auf Grund des bestehenden Gewohnheitsrechtes eine neue Brücke genehmigen, wenn der Eigentümer des Schleifkottens einen solchen Antrag beim Märkischen Kreis stellt. Die Kosten für die neue Brücke müsste dann der Grundstückseigentümer des Schleifkottens übernehmen. Damit regelt dann der Eigentümer, wer diese Brücke in der Folge benutzen darf. Für die Bahn, die bereits mehrfach das Schleifkottengrundstück - ohne um Erlaubnis des Eigentümers nachzusuchen - befuhr und als Lagerplatz benutzte, ist dieser Weg dann folglich gesperrt. Auch andere Interessenten, die die Brückenzufahrt in der Vergangenheit nutzten, müssen sich dann andere Wege suchen.
|
Vom Baum und Balken zur Brücke |
|
|
Eigentümer ermittelt |
|
Meinerzen, 2009-09-21: Doppelter Ident-Code. Unter der Voraussetzung, dass die Bahn den Identcode nur versehentlich - wie behauptet - an der Schleifkottenbrücke anbringen ließ und somit nicht Eigentümerin der Brücke ist, müsste der Identcode der Schleifkottenbrücke auch auf einem anderen Brückenbauwerk zu finden sein. Spurensuche. Die Fotomontage zeigt zwei identische Strichcodes: Der untere ist an der Schleifkottenbrücke angebracht, der obere gehört zur Brücke Brantenberg (Kiersper Spedition Gonserowski), nur einige Hundert Meter volmeabwärts. Der Algenbewuchs auf dem Schild macht deutlich, dass dieses nicht über Nacht plötzlich an diese Stelle verbracht worden ist. Damit kann die Bahn als Eigentümer der Schleifkottenbrücke ausgeschlossen werden. Die Stadt Meinerzhagen sieht sich nach eigenem Bekunden wegen des Fehlens eigener Grundstücke am Schleifkotten nicht in der Leistungspflicht. Somit gehört die Brücke dem Eigentümer des Schleifkottens und der Bundesrepublik Deutschland. Letztere ist nicht verpflichtet, eine neue Brücke zu errichten oder zu bezahlen. Der zuerst genannte Eigentümer muss ein existenzielles Interesse an einer neuen Brücke haben und wäre in diesem Fall auch der Investor. Denn die Nichterrichtung der Brücke bedingt zwangsweise den ordnungsbehördlichen Entzug der Wohnberechtigung für das Gebäude. |
|
|
Treppen montiert |
Meinerzen, 2009-09-23: Bereits am gestrigen Dienstagabend waren die Treppen an der behelfsmäßigen Schleifkottenbrücke montiert. Damit ist der endgültige Ausbauzustand der provisorischen Fußgängerbrücke über die Volme erreicht. Aktuell fehlt noch die Öffnung der Leitplanke zur B 54 hin. Auch das wird in den nächsten Tagen geschehen. Die Eigentümerfamilie und die Mieter des Schleifkottens danken ausdrücklich den THW-Helferinnen und Helfern für die geleistete ehrenamtliche Tätigkeit. Insgesamt 250 Stunden sind nun "verbaut". Inzwischen hat der Eigentümer einen Fachanwalt beauftragt, ihn in dieser Angelegenheit rechtlich zu vertreten. Offen ist noch, ob eine neue Brücke errichtet wird oder nicht. Ganz ausgeschlossen erscheint dies nun nicht mehr. |
|
|
Bahn-Ident-Code von der Brücke gestohlen |
Erstaunlich: Wer maust klammheimlich einen Bahn-Ident-Code? Das Kunststoffschild von der maroden Schleifkottenbrücke ist weg. Wer betritt unberechtigt das Grundstück, ohne den Eigentümer um Erlaubnis zu fragen? Die Bewohner des Schleifkottens haben es jedenfalls nicht entfernt. Wer war es dann? Warum wurde der Code jetzt entfernt? Angst vor der Fernseh-Öffentlichkeit? Denn am Freitag war ein WDR-Team des Studios Siegen am Schleifkotten und informierte sich über das Geschehen. Schon am kommenden Montag soll der Beitrag in der "Lokalzeit" bzw. "Aktuellen Stunde" gesendet werden. Der Link in der Überschrift führt auf die Seiten des WDR-Studios Siegen. Mit der Fertigstellung der neuen Holzbrücke für Fußgänger sind die Anforderungen an die Erreichbarkeit eines Grundstücks nach der Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen - Landesbauordnung (BauO NRW) erfüllt. Paragraph 5 schreibt vor, dass für die Feuerwehr und andere Rettungsdienste von öffentlichen Flächen ein geradliniger Durchgang von mindestens 1,25 Metern Breite zu schaffen ist, wobei die Entfernung zum Objekt 50 Meter nicht übersteigen darf. Verlangt wird ebenfalls, dass die "Oberkante der Brüstung notwendiger Fenster oder sonstiger zum Anleitern bestimmter Stellen" nicht mehr als 8 m über dem Gelände liegen darf. Wie sieht es nun am Schleifkotten aus? Entscheidend sind dabei die Dimensionen eines Wohngebäudes: Der Schleifkotten liegt von der B 54 25,80 Meter entfernt und weist eine größter Länge von 22,50 Meter auf. Von der Geländeoberfläche bis zur Oberkante der Brüstung notwendiger Fenster zur Rettung von Personen beträgt die Höhendifferenz 6,94 Meter. Die neue Brücke weist eine gemessene Breite von 1,38 Meter auf. Damit sind alle Anforderungen nach Landesbauordnung zur Erschließung des Grundstücks im Hinblick auf die Erreichbarkeit erfüllt. Damit bleibt der Wert des Grundstücks zunächst erhalten. Wenn der Eigentümer eine neue, auf Langfristigkeit hin ausgelegte Brücke errichten lässt, auch auf Dauer. Interesant ist aber auch eine Information, die sich auf den Seiten der Bezirksregierung Arnsberg findet. Demnach erhielt die Stadt Siegen eine Förderzusage für die Renaturierung des Bürbaches: Für 300 Meter Bachsanierung zahlt das Land 320.000 Euro. Dabei wird der Bürbach "aus seiner jetzigen unnatürlichen Hanglage in seinen natürlichen Verlauf im Taltiefsten verlegt werden. Wichtiges Detail: Dabei wird auch die von der Hanglage bekannte Fußgängerbrücke neu errichtet." [http://www.bezreg-arnsberg.de/aktuell/2009/09/181_09.html] Auch die Stadt Meinerzhagen suchte bereits Ende August das Gespräch mit der Bezirksregierung in Arnsberg und dem Dezernat 54. Sicherlich ist eine Renaturierung der Volme auch in diesem Abschnitt wünschenswert. Doch der Schleifkotten steht an der Stelle, wo sich seit 1553 die unterste Mühle der Stadt Meinerzhagen befand. Nebenbei: Die Mühle war naürlich über einen Weg erschlossen, die Volmestraße gab es zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht. Auf der Projektionskarte für die Volmestraße (1827) ist der Schleifkotten ebenfalls eingezeichnet, auch mit einer Zuwegung, jedoch nicht über eine Volmebrücke. Das gleiche Bild bietet sich in den Urkatasterkarten von 1830.
|
Fehlender Bahn-Ident-Code |
|
Druckbare Version
|
|