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2012-02-11: Beschreibung einer Fotografie mit Blick auf Gärten, die Volmeaue und die VolksschuleMeinerzen. Alte Fotografien dokumentieren, wie es damals bei uns in Meinerzhagen ausgesehen hat. Sie dokumentieren in der Zusammenschau auch die Veränderungen. Veränderungen, die das Leben in dieser Stadt einfacher machen, Bedürfnisse befriedigen sollten. Die jeweils in ihrer Zeit lebenden Menschen, die oft vom herrschenden Zeitgeist geprägt waren (und noch immer sind), entwickelten eine Vorstellung davon, was gut oder schlecht für die Stadt ist. Jede Generation prägte auf ihre eigene Art und Weise das Stadtbild. An dieser Stelle beschreibt nun Fritz Rittinghaus die folgende Fotografie mit Blick auf die Volksschule und die Volme im Taltiefsten. Hochwasser der Volme überschwemmten zu dieser Zeit die Straße, Gärten, Wiesen oder auch die unmittelbar an der Volme gelegenen Betriebe, die auf die Wasserkraft des noch jungen Flusses angewiesen waren. Doch später zwängten die Stadtplaner die Volme ein ein Bett aus Beton, um weitere Gebiete zu bebauen, erschließen zu können. Wir denken heute oftmals anders über das in der Vergangenheit erreichte. Doch wie wird unser Handeln in 100 Jahren beurteilt werden?
Blick auf die Volksschule, die Linden- und Birkeshöhstraße, die R 54 als auch die Volme mit Volmeaue und Gärten, Sammlung Hoppe Die erste große Volksschule von Meinerzhagen wurde von 1909-1910 gebaut, und hatte deshalb im Jahr 2010 ihr hundertjähriges Jubiläum. Als die Südschule gebaut war, hieß sie Nordschule, bis dass wieder eine größere Schule, die Rothensteiner Schule gebaut wurde. Jetzt dient das Gebäude der Nordschule als Musikschule und Jugendzentrum. Der Standort, von dem die Aufnahme gemacht worden ist, kann Müllers Pückelchen, die heutige Schaumgasse gewesen sein. Im Vordergrund befindet sich hier an der wenig sichtbaren Teichstraße, der große Gemüsegarten von der Spedition Kohl an der Hauptstraße. Links von dem umzäunten Garten geht der breite Fußweg als Abkürzung, von der Teichstaße zur Lindenstraße herunter. Hier an der Teichstraße wurde später das große Doppelhaus von Haarmann und Becker gebaut. Unterhalb von Kohls Garten, sieht man Buddens langen schmalen Acker, der nach unten von einer Wiese begrenzt wird. Diese reicht bis an die hier noch unbebaute Lindenstraße, die aber ihrem Namen gerecht wird, durch die schon beiderseitig angepflanzten Lindenbäume. Die bekannte Volme wird durch eine gut sichtbare Brücke mit dem besonderen, beiderseitigen Eisengeländer, unter der Lindenstraße hergeführt. Ihr Flußlauf mit unbefestigtem lehmigen Ufer, geht hier schräg durch die lange Wiese in Richtung der nicht sichtbaren alten Voss-Mühle an der oberen Lindenstraße. Weil später der Viehhändler Oskar Fischbach sein großes Haus an der Lindenstraße unterhalb der beginnenden aufwärts gehenden Birkeshöhstraße baute, störte ihn der Volmebach, denn er floss noch mitten durch den Baugrund seines geplanten Hauses. Deshalb ließ er die Volme im Bogen mit einer Bruchsteinmauer um sein Grundstück herum leiten. Die Grenze zur größer gewordenen Firma Knoche, verlief jetzt durch den vorbei fließenden Volmebach, wie man auf anderen Bildern aus nachfolgender Zeit sieht. Links vom Abkürzungsweg von der Teichstraße zur Lindenstraße, steht hier in Volmenähe noch nicht das Haus von Gustav Köster, der mit seiner Firma Praktikus, später bekannt wurde. Wie schon erwähnt, führt die Birkeshöhstraße von der Lindenstraße hoch bis zur Kreuzung, wo von links die Schulstraße auch in einer geringen Steigung ankommt. Hier macht die Birkeshöhstraße ohne Birken, einen engen Bogen nach rechts und geht nach ungefähr hundert Metern in eine große Linkskurve, hinter der noch heute auf dem Ufer das große Doppelhaus steht. Die untere Haushälfte gehört Dinstühler und die obere Windfuhr. Dahinter befindet sich noch das mit einem großen Satteldach versehene Haus Busch, welches später die beiden unverheirateten Töchter innehatten. Unterhalb Windfuhr befindet sich eine lange schmale Wiese, die den Geschäftsleuten Vedder an der Derschlagerstraße gehört. Das weitere Gelände bis herunter zur Lindenstraße, besteht aus mehreren Gärten, deren Besitzer in Dorfnähe wohnen. Auf der linken Seite der Birkeshöhstraße steht noch kein Haus, doch einige Jahre später entstand gegenüber von Dinstühler das Haus Tweer, welches auf dieser Seite bis nach dem zweiten Weltkrieg alleine blieb. Die Schulstraße hatte noch nicht das große Doppelhaus unterhalb der Schule, welches Ruloff und Richarz gehörte. Auch die breite Schultreppe gegenüber von dem Gebäude, ist noch nicht in das steile Ufer des später mit einer Buchenhecke umgebenen Schulhofes gebaut. Die Schulstraße geht von der Kreuzung fast im rechten Winkel unterhalb des Schulhofes weiter, und endet an dem Haus, welches jahrelang von der Ortspolizei bewohnt wurde. Bei diesem Haus endet auch das große von Schulstraße und Birkeshöhstraße seitlich abgegrenzte Gartenareal, welches unten an der Kreuzung schmal anfängt. Weiter hinter dem Polizeihaus erkennt man den großen mit einer Hecke versehenen Garten von der Voss-Mühle, die außerdem im Bereich darüber noch viel Weideland besitzt. Hinter den zuletzt genannten Häusern, sieht man nur noch Acker-und Weideland, welches zum Teil den Bauern vom Heerhof gehört. Dieses hier nicht sichtbare Bauerndörfchen, läßt sich erahnen rechts hinter dem gut erkennbaren Tannenwald über der Volksschule. Alles was die Bewohner vom Heerhof benötigen, kaufen sie in Meinerzhagen. Der nicht sehr breite Fahrweg führt vom Dörfchen zum Waldrand und geht weiter längs Weiden und Äcker runter unterhalb der weit sichtbaren Insel Pipi auf der rechts bewaldeten Höhe. Nachdem man aus dem kurzen Hohlweg kommt, werden auch schon die Häuser von der Birkeshöhstraße sichtbar. Wer heute im Jahr 2012, eine Aufnahme vom selben Standort macht, sieht viele Veränderungen, die ihm einen Vergleich mit der alten Aufnahme erschweren, durch neue Straßen und Häuser. Mein Dank gilt Fritz Rittinghaus für diese Beschreibung. Wenn auch Sie historische Aufnahmen leihweise zur Verfügung stellen wollen, kontaktieren Sie mich bitte. [Link] ![]() |