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Persönliches

Wie sieht der Ortsheimatpfleger aus? So:

Ortsheimatpfleger Chris Riederer im Gespräch mit SGV-Urgestein Alfred Gresförder

Auf dem Bild (aufgenommen von EriWey - DANKE!) stehe ich links und unterhalte mich auf der Gedenkveranstaltung des SGV an der Volmequelle (2008-07-27) mit dem SGV-Urgestein Alfred Gresförde.


Heimatbegriff

Wussten Sie, dass bei 89 % der Deutschen nicht ihr Land Heimatgefühle erzeugt, sondern die nähere Umgebung, der Ort, an dem sie leben? [Quelle: Spiegel Spezial: Sehnsucht nach Heimat, S. 11, Juni 1999] Keine Frage: Globales Denken, Handeln und Wirtschaften sind Forderungen unserer beschleunigten Zeit. Forderungen, deren Folgen ich selbst spürte. Global leben allerdings, das kann ich nicht. Ich brauche ein Zuhause, eine Heimat. Die Suche nach Heimat verstehe ich als einen lebenslangen Prozess.

Heimat ist dort, wo ich sie mir schaffe oder schaffen kann.
Heimat ist, wo ich mich wohlfühle. Zum Wohlfühlen gehören aber auch aktives Gestalten und die Bereitschaft, Räume des Wohlfühlens anzunehmen.
Heimat ist also immer auch selbst gemacht.
Heimat ist, wo der eigene Herd steht, wo die Familie lebt, die Freunde sind.
Heimat ist nicht immer dort, wo man zur Welt gekommen ist, sondern
Heimat ist, wo man liebt und lebt. [frei nach Ehm Welk]
Meinerzhagen ist für mich zur Heimat geworden.

 

Ankunft in Meinerzhagen

Ich bin ein Teilstück der jüngsten deutschen Geschichte. Geboren wurde ich im Mai 1966 in Warnemünde an der Ostsee. Dort wuchs ich auf und ging zur Schule. Nach dem Abitur schloss sich ein dreijähriger Wehrdienst bei der Artillerie an. Danach studierte ich an den Universitäten in Halle und Rostock die Fächer Geschichte und Deutsch für das Lehramt an Gymnasien. Als ich das Referendariat antrat, nahm der Seminarleiter jegliche Hoffnung auf eine Einstellung in den Schuldienst: "Strengen Sie sich an, auch wenn Sie später nicht als Lehrer arbeiten werden." Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden neue Lehrer nicht benötigt. Nach dem zweijährigen Referendariat unterrichtete ich mit einem befristeten Arbeitsvertrag drei Jahre im Freistaat Sachsen an einem Gymnasium. Schriftlich bekam ich damals, dass eine Weiterbeschäftigung auf Grund des prognostizierten Rückgangs der Schülerzahlen ausgeschlossen sei. Nach einer erfolgreichen Bewerbung für den Schuldienst im Land NRW unterrichte ich seit dem Schuljahr 1998/1999 an der Gesamtschule Kierspe, inzwischen als Oberstudienrat.
Ich bin verheiratet und wir haben einen Sohn, der das Evangelische Gymnasium Meinerzhagen besucht.
In meiner Freizeit befasse ich mich mit der Heimatforschung und meinem langjährigen Hobby der Fotografie. Darüber hinaus wandere ich sehr gerne. Drei Aktivitäten, die sich im Rahmen der Ortsheimatpflege hervorragend miteinander verbinden lassen.
Darüber hinaus bin ich tätig im Beirat der „Freunde der Burg Altena“ sowie Mitglied im Heimatverein Meinerzhagen und im SGV. Politisch engagiere ich mich in der UWG-Meinerzhagen und bin von der UWG als sachkundiger Bürger für den Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt nominiert.

 

Warum ein Zugezogener? oder: Warum nicht?

Sie fragen sich vielleicht, warum sollte ein „Zugezogener“ dieses Ehrenamt des Ortsheimatpflegers übernehmen? Ich möchte an dieser Stelle eine Tradition fortsetzen. Bitte gestatten Sie mir deshalb einen exemplarischen Blick auf die Ortsheimatpfleger der Stadt Meinerzhagen:

Karl Maria Muschalek , im Juli 1905 in Breslau (Schlesien) geboren [gestorben am 04.02.1980], war seit 1948 als Lehrer in Meinerzhagen, zuletzt als Konrektor der Hauptschule, tätig. Bis zum Dezember 1975 erfüllte er das Ehrenamt des Ortsheimatpflegers.

Roland Büttner , Jahrgang 1925, geboren in Brandis bei Leipzig, nach dem Krieg Volksschullehrer, floh aus der DDR und studierte in Münster das Lehramt und war zuletzt Studiendirektor in Lüdenscheid. Seit 1965 lebte er in Meinerzhagen. Als Ortsheimatpfleger war er von 3.12.1975 bis 01.01.1989 aktiv. Roland Büttner verstarb am 22. Juni 2009 in Meinerzhagen.

Hans Ludwig Knau , geboren im Mai 1943 in Altena, Ortsheimatpfleger der Stadt Meinerzhagen seit dem 1. Oktober 1990, war von 1972 bis 2006 als Lehrer für die Fächer Geschichte und Latein im Schuldienst an der Gesamtschule in Kierspe tätig.

Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: Erstens: Die genannten Ortsheimatpfleger der Stadt waren alle im Schuldienst tätig. Zweitens: Sie sind keine gebürtigen Meinerzhagener.

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© Ortsheimatpfleger Chris Riederer - meinerzen.de - 2007-2012 - (CC BY-NC-ND 3.0)