[Presse MK] Mehr als zwei Millionen Euro haben die vier Aktionsgruppen der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. im Märkischen Kreis in den vergangenen Jahrzehnten gesammelt. Grund genug und ein persönliches Anliegen von Landrat Thomas Gemke, Vertretern der Aktionsgruppen im Vorfeld des Welt-Lepra-Tages am Sonntag danke zu sagen. Dass er sich dem Aufruf des DHAW anschließt, ist für Gemke selbstverständlich.
Ursula Müller und Joachim Piel von der Aktionsgruppe Meinerzhagen, Richardis Kemmerling und Renate Lenk aus Balve, Sabine Schlücking aus Iserlohn-Letmathe sowie Christa und Joachim Woschée aus Lüdenscheid berichteten im Lüdenscheider Kreishaus aus ihrer langjährigen Arbeit. „Ich freue mich, dass wir im Märkischen Kreis so aktive Aktionsgruppen haben. Viele meinen ja, die Krankheit sei schon ausgerottet. Das stimmt nicht. Jedes Jahr erkranken weltweit rund 200.000 Menschen neu an Lepra“, so Landrat Thomas Gemke. Die Arbeit der Aktionsgruppen müsse deshalb weiter gehen. „Der Kampf gegen Lepra ist noch nicht gewonnen.“
Mit Basaren, Tannenbaum-Sammelaktionen und Spenden hat die Aktionsgruppe Meinerzhagen seit ihrem Beginn in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gut eine Million Euro für das Projekt Pulambadi, einer Krankenstation in Süd-Indien, gesammelt. „Wir erhalten jedes Jahr einen Bericht von vor Ort. In Meinerzhagen kennt fast jeder Pulambadi“, so Johannes Piel. Schade sei nur, dass dieses Erfolgsmodell endet. Indien habe erklärt, es sei kein Lepra-Land mehr, deshalb könne Pulambadi nicht mehr unterstützt werden. Jetzt suchen die Meinerzhagener nach einem neuen Projekt.
Mit Basaren, Auftritten auf den Weihnachtsmärkten, Unterstützung durch den örtlichen Fachhandel sowie der Schützen-Bruderschaft leistete die Aktionsgruppe in Balve ihren finanziellen Beitrag für das Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. Den großen Basar können man leider nicht mehr veranstalten, so Renate Lenk und Richardis Kemmerling. Ein Grund sei, dass es immer schwieriger werde, genügend Helfer zu finden. Außerdem sei ein Trend festzustellen, dass eher örtliche Projekte von Spendern und Gönnern finanziell unterstützt werden.
Mangophir in Pakistan, die Station der deutschstämmigen Dr. Ruth Pfau: Das ist seit Jahren das Projekt der Aktionsgruppe Iserlohn-Letmathe. „Unser harte Kern besteht aus acht Leuten. Zur Kilianskirmes, bei dem wir jedes Jahr unseren Waffelstand aufbauen und einen Luftballon-Wettbewerb veranstalten, werden wir von etwa 90 Helferinnen und Helfern unterstützt“, erzählte Sabine Schlücking, Leiterin der Aktionsgruppe. Während der Kirmestage werden rund 2.000 Waffeln gebacken und verkauft. „Pro Jahr kommen so bis zu 20.000 Euro zusammen“, erzählte Schlücking dem Landrat.
Seit 1976 ist die Lüdenscheider Aktionsgruppe aktiv, die übrigens zu den Mitbegründern des „Welt-Ladens“ in Lüdenscheid gehört. Die Verkaufsstelle ist heute die wichtigste „Einnahmequelle“ der Aktionsgruppe, wie Joachim Woschée erzählte. Sehr beliebt seien auch die Glückwunschkarten sowie Töpfersachen, die zum Verkauf angeboten werden. Allein bei der Landesgartenschau in Hemer hat die Lüdenscheider Gruppe einhundert Kartons Glückwunschkar-ten verkaufen können.
Landrat Thomas Gemke zeigte sich beeindruckt von dieser Bilanz. „Wenn man bedenkt, dass die Heilung eines Lepra-Kranken nur 50 Euro kostet, dann haben Sie mit Ihrem Einsatz schon sehr vielen Menschen geholfen.“
Zur letzten Weihnachtsbaumsammlung zu Gunsten des DAHW-Projektes in Pullambadi folgen Sie bitte dem [Link].

Zuletzt geändert am: 28.01.2012 um 16:40:34
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